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Die Zukunft im Blick: ERP-Trends 2021
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Die Zukunft im Blick: ERP-Trends 2021

Nur selten haben Unternehmen die Vorteile eines modernen IT-Systems so intensiv gespürt wie 2020. Auch 2021 werden technologische Innovationen daher hoch im Kurs stehen – solange der Nutzer im Fokus steht. Das gilt auch für die ERP-Welt.

Fünf ERP-Trends 2021

  • Anwenderzentrierung
  • Wandlungsfähigkeit
  • Ressourcenschonung
  • Kundenzentrierung
  • Praktikables Cloud-Computing

Anwenderzentrierung

Usability ist ein Begriff der Anwender und Hersteller von ERP-Systemen schon lange begleitet. Auch 2021 zählt die Anwenderzentrierung zu den wichtigsten ERP-Trends. Denn neben der funktionalen Abdeckung entscheiden immer stärker auch Kriterien wie die Selbstbeschreibungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Erlernbarkeit sowie übergreifende Abläufe bei der Bedienung über die Gebrauchstauglichkeit einer Software. So gilt es, die großen ERP-Funktionssilos der Vergangenheit aufzubrechen und die Daten mit ihren Operationen Anwendern auf einfache Art und Weise zugänglich zu machen. Das übergeordnete Ziel: Die Vereinfachung und Stabilisierung von Auftragsdurchläufen – das Handling von Ausnahmen eingeschlossen. In Abhängigkeit von der Aufgabenstellung oder sogar von den Vorlieben der Nutzer müssen Datenzusammenhänge auf einfachste Weise herstellbar und visualisierbar sein. Bestenfalls werden Anwendern ausschließlich die im aktuellen Kontext relevanten Funktionen angeboten – und zwar in wenigen Screens und im Stil von Dashboards.

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Checkliste: 8 Kriterien für gute Usability bei der ERP-Auswahl

Bedienkomfort erlebt derzeit verstärkt Aufmerksamkeit. Durch die intuitive Bedienbarkeit praktisch aller Smartphones und deren Apps sind auch ERP-Anwender nicht mehr bereit, sich starren und unnötig komplizierten Eingabemasken zu unterwerfen.


 

Wandlungsfähigkeit

Mit der Entwicklung hin zu Industrie 4.0 ist klar: Die Tage der festen, hierarchischen Systeme sind gezählt. Sie werden über kurz oder lang durch flexibel vernetzbare und wandelbare Systeme abgelöst. Als solche müssen ERP-Systeme künftig die einfache Vernetzung aller Teilnehmer eines Produktionssystems untereinander unterstützen.

Netzwerkstrukturen aus der Telekommunikation  können als mögliche Schablone dienen. Auch diese waren bis vor noch nicht allzu langer Zeit streng hierarchisch aufgebaut. Inzwischen bestimmt aber SDN – Software Defined Networking – das Bild. Mögliche Verbindungen sind folglich Software-gesteuert und in ihrer Logik auf Produktionssysteme übertragbar: So lassen sich die Fähigkeiten einzelner Maschinen und Anlagen im Zusammenspiel mit Werkzeugen, Programmen und der Automatisierung dynamisch „verschalten“. Erst die so entstehenden neuen Fertigkeiten bringen die notwendige Wandlungsfähigkeit bis in den Shopfloor.

Industrie 4.0 und ERP

 

Ressourcenschonung

Angesichts der wachsenden Rohstoffknappheit und hohen Klimaschutzziele sind Fertigungsunternehmen zunehmend gefordert, die Energie- und Materialeffizienz zu erhöhen, eine Kreislaufwirtschaft zu unterstützen oder umweltfreundliche Energiearten zu nutzen. Auch ERP-Systeme müssen in diesem Kontext unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten mehr leisten. Das gelingt bspw. unter Verwendung fortschrittlicher Algorithmen, die Mengen und Termine auch unter Umweltaspekten bestimmen, Reihenfolgen optimieren und Ressourcen optimiert nutzen. So lassen sich z. B. mit Hilfe KI-basierter Prognosen zukünftige Bedarfe, Überproduktion und Verschwendung vermeiden. Fest steht: Ressourcenschonende Prozesse und Technologien, die breite Nutzung regenerativer Energien und nachhaltiger ERP-Lösungen können die Industrie künftig zum Teil der Lösung machen und sie von der Bürde befreien, ausschließlich ein Teil des Problems zu sein.

Ingenieure vor dem Kraftwerk © iStock

Flexible Kernprozesse als Schlüssel für eine klimaneutrale Produktion

Klimaneutralität und damit null CO2-Emissionen ab 2050 sind das Ziel der EU-Kommission. Hierfür ersetzen nachhaltige Energiemedien sukzessive die fossilen Energieträger. Für die fertigende Industrie gilt es Konzepte zum Ausgleich der zu erwartenden Schwankungen in den Energienetzen zu finden, die gleichzeitig den Weg zur emissionsfreien Produktion ebnen.


 

Kundenzentrierung

Wer in der Zukunft bestehen will, muss stärker denn je seine Kunden in die eigenen Innovations- und Wertschöpfungsprozesse integrieren. Dies gilt in der Industrie genau wie in der IT. Das durchgängige Engineering vom Kundenwunsch bis zur Erbringung von Serviceleistungen ist auch als „Customer in the loop“ geläufig und setzt den ständigen Austausch von Wissen und erfolgsorientierter Kollaboration voraus. Damit ist nicht nur das effiziente Customizing gemeint, sondern die von vorn herein praxisorientierte Entwicklung funktionaler und nicht-funktionaler Eigenschaften von ERP-Systemen im Standard. Development und Operation, bekannt als „DevOps“, werden in diesem Ansatz miteinander verbunden und setzten die ständige Einbeziehung des Kunden voraus.

Produktion bei Polycontact © Polycontact

Wie man Kunden ernst nimmt: Kundenvereinigungen machen ERP-Systeme besser

Bereits wenn man den Raum betritt, wird deutlich, dass hier etwas Besonderes stattfindet. In Grüppchen stehen Kunden und PSI-Mitarbeiter eng zusammen, die Stimmung ist vertraut und es herrscht geschäftiges Gemurmel. Heute findet das Treffen der „IPA-Anwendergruppe Ost“ bei GEA Refrigeration Germany in Berlin statt.


 

Praktikables Cloud-Computing

ERP-Systeme für die Cloud fit zu machen ist insbesondere für eine Nutzung im internationalen Kontext immer wichtiger. In aller Regel mündet er in vollständig neuen und damit auch modernen Architekturen. Auf dem Weg dorthin gilt es u. a. Prozesse und Anwendungen unter Nutzung von Cloud- und Container-Technologien neuzugestalten und die großen Funktionsblöcke in kleinere, überschaubarere Services zu zerlegen. Auch hier lautet das Credo: Konzentration auf das Wesentliche. Denn dies unterstützt nicht nur die Bereitstellung als Cloud-Service. Gleichzeitig lässt sich auf diese Weise auch das überbordende Funktionsangebot entzerren und Ressourcen besser skalieren.

Cloud computing technology © iStock

Karl Tröger

Business Development Manager

Karl Tröger führt in seinen Beiträgen Perspektiven von Kunden, Markt, Wissenschaft, Software-Entwicklung und Marketing zusammen. Der Diplom-Ingenieur der Elektronik und Nachrichtentechnik veröffentlicht regelmäßig viel beachtete Publikationen über die Zukunft von fertigungsnaher Software.

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